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Wildtierhilfe

Igel im Herbst: was jetzt hilft

Woran Sie erkennen, dass ein Igel Hilfe braucht, was er fressen darf, wann er in den Winterschlaf geht und wie ein Winterquartier aussieht. Dazu die Frostnächte in Ihrem Kreis und die Stationen, die helfen.

3 °Ctiefster Wert in der Nacht zum Montag, Landkreis Altötting
500 gsollte ein Jungigel Anfang November wiegen
41Wildtier- und Igelstationen

Igel gefunden

Braucht dieser Igel Hilfe?

Ein Igel, der nachts durch den Garten läuft und kräftig aussieht, braucht keine Hilfe. Auch ein gesunder Igel, dessen Nest gestört wurde, oder eine Mutter, die ihre Jungen in ein anderes Nest trägt, ist manchmal am Tag unterwegs, ohne in Not zu sein.

Hilfe braucht ein Igel,

  • der verletzt ist, offene Wunden hat oder torkelt,
  • der am Tag unterwegs ist und schwach, teilnahmslos oder abgemagert wirkt, oft mit eingefallenen Augen und einer Hungerfalte im Nacken,
  • der als Säugling allein außerhalb des Nests liegt: sehr klein, helle Stacheln, Augen und Ohren noch geschlossen,
  • der als Jungigel Anfang November, im Flachland etwa Mitte November, weniger als 500 Gramm wiegt,
  • der nach dem Wintereinbruch bei Frost oder Schnee noch unterwegs ist.

So helfen Sie: Den Igel vorsichtig in einen Karton setzen. Fühlt er sich kühler an als Ihre Hand, eine handwarme Wärmflasche in ein Handtuch wickeln und ihn daraufsetzen. Erst wenn er warm ist, Wasser und etwas Katzenfutter oder gekochtes, ungewürztes Rührei anbieten, niemals Milch. Dann eine Igelstation oder eine Tierarztpraxis anrufen, die sich mit Igeln auskennt.

Igel sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Aufnehmen darf man nur verletzte, hilflose oder kranke Tiere, um sie gesund zu pflegen; sobald sie sich selbst versorgen können, müssen sie wieder frei (§ 45 Abs. 5 BNatSchG). Gesunde Igel bleiben draußen.

Heute

Noch kein Frost in Sicht

Tiefstwerte der Lufttemperatur in der Nacht zum Montag und in der Nacht zum Dienstag, aus der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes. Wer in einer Frostnacht oder bei Schnee einen Igel draußen sieht, sollte eine Station anrufen: Dieser Igel hat den Winterschlaf nicht geschafft. Am Boden kann es kälter sein als in 2 Metern Höhe.

In keinem Kreis ist Frost vorhergesagt. Am kältesten wird es hier:

Winterschlaf

Wann halten Igel Winterschlaf?

Igel schlafen etwa von Mitte November bis März oder April, bis zu fünf Monate lang. Auslöser sind anhaltend kalte Böden um 0 Grad und das Ende des Futters. Die Männchen gehen rund einen Monat vor den Weibchen ins Winterquartier und wachen im Frühjahr zuerst auf, etwa Mitte März. Am längsten unterwegs sind die Jungigel des Jahres: Sie müssen sich erst die Reserven anfressen.

Im Winterschlaf sinkt die Körpertemperatur von etwa 36 auf rund 5 Grad, das Herz schlägt statt etwa 180-mal nur noch rund 8-mal in der Minute. Bis zum Frühjahr verliert ein Igel 20 bis 40 Prozent seines Gewichts. Erwachsene Igel wiegen 800 bis 1.500 Gramm; ein Jungigel sollte Anfang November mindestens 500 Gramm erreicht haben.

Füttern

Was fressen Igel, und was hilft beim Zufüttern?

In der Natur fressen Igel vor allem Laufkäfer, Regenwürmer und die Larven von Nachtfaltern, dazu Ohrwürmer, Schnecken, Tausendfüßer, Spinnen und andere Insekten. Obst und Gemüse fressen sie nicht.

Zufüttern hilft nur, wenn draußen wenig zu finden ist: im Spätherbst vor dem Winterschlaf und im zeitigen Frühjahr. Das Futter abends hinstellen, am besten in einem Futterhaus mit verwinkeltem Eingang, in das keine Katzen und Ratten kommen, und den Napf jeden Tag reinigen.

Geeignet: Katzenfutter mit hohem Fleischanteil, nass oder trocken, Igeltrockenfutter, gekochtes ungewürztes Rührei, angebratenes ungewürztes Hackfleisch. Dazu täglich frisches Wasser in einer flachen Schale.

Nicht geeignet: Milch, denn Igel vertragen keinen Milchzucker; Obst, Nüsse, Rosinen und Getreide; Mehlwürmer; Hundefutter; Speisereste und alles Gewürzte.

Winterquartier

Laubhaufen und Igelhaus

Das beste Winterquartier ist ein ruhiger Haufen aus Laub und Reisig unter einer Hecke oder in einer Gartenecke. Zweige schichtweise einlegen, damit der Haufen nicht zusammenfällt, und oben ein paar Äste auflegen, damit der Wind das Laub nicht wegträgt. Holzhaufen und dichte Hecken nehmen Igel ebenso an.

Ein Igelhaus ergänzt das. Der Eingang sollte mindestens 10 mal 10 Zentimeter groß sein, der Platz ruhig, trocken und geschützt, innen etwas trockenes Laub. Bauanleitungen gibt es vom NABU (PDF) und vom BUND.

Von November bis März den Kompost und Laubhaufen nicht umsetzen. Reisighaufen vor dem Anzünden umschichten, besser gar nicht verbrennen: Darin schlafen oft Igel.

Garten

So wird der Garten igelsicher

  • Mähroboter nur am Tag laufen lassen, nie in der Dämmerung oder nachts, und vorher unter Büschen nachsehen.
  • Laubsauger und Laubbläser meiden; Laub unter Hecken liegen lassen.
  • Schächte, Gruben und Teiche mit einer Ausstiegshilfe sichern: Ein Brett oder eine Matte genügt.
  • Durchlässe im Zaun lassen, mindestens 10 mal 10 Zentimeter, damit Igel von Garten zu Garten kommen.
  • Kein Schneckenkorn und keine Pflanzenschutzmittel.
  • Netze nicht bis auf den Boden hängen lassen, Draht und Schnüre wegräumen.
  • Hunde ab der Dämmerung nicht frei im Garten laufen lassen, und in der Dämmerung vorsichtig fahren.

Hilfe in der Nähe

Igelstationen

Diese 8 Igelstationen stehen in OpenStreetMap. Die Liste ist unvollständig. Weitere Wildtierstationen, die oft auch Igel aufnehmen, stehen unter Wildtierhilfe (41 Stationen nach Land). Ist keine Station in der Nähe, wissen meist das Tierheim oder eine Tierarztpraxis im Kreis weiter: Beide stehen auf jeder Kreisseite. Vorher anrufen, viele Stationen arbeiten ehrenamtlich.