Die erste Stunde
Was jetzt zuerst zu tun ist
- Das Tierheim anrufen.Tierart, Farbe, Besonderheiten, Chipnummer und den Ort nennen, an dem das Tier verschwand. Welche Tierheime in Ihrem Kreis Fundtiere aufnehmen, steht auf der Seite Ihres Kreises.
- Die Umgebung absuchen, solange es hell ist.Katzen verstecken sich meist ganz in der Nähe, Hunde kehren oft zu der Stelle zurück, an der sie weggelaufen sind.
- Nachbarn ansprechen.Bitten Sie sie, Garagen, Keller, Gartenhäuser und Schuppen zu öffnen. Eingesperrte Katzen melden sich oft nicht.
Hund an Straße oder Gleisen
Sofort die Polizei unter 110 anrufen. Der Hund ist dort in Gefahr und gefährdet andere.
Eine Tür offen lassen
Gartentor, Kellerfenster oder Katzenklappe offen lassen und ein getragenes Kleidungsstück oder die Decke des Tiers davor legen. Der vertraute Geruch hilft beim Heimweg.
Jemand bleibt erreichbar
Kommt ein Anruf, muss jemand rangehen. Geben Sie auf allen Meldungen dieselbe Handynummer an.
Katze entlaufen
Die meisten Katzen sind näher, als man denkt
In einer Studie mit 1.210 vermissten Katzen wurden drei von vier innerhalb von 500 Metern um die Stelle gefunden, an der sie verschwanden. Wohnungskatzen blieben meist noch näher: Drei von vier wurden innerhalb von 137 Metern gefunden. Ein Drittel der Katzen wurde in der ersten Woche lebend gefunden, nach drei Monaten kaum noch eine. Die erste Woche zählt.
So suchen
- Haus für Haus im Umkreis von 500 Metern, bei Wohnungskatzen zuerst direkt ums Haus.
- In der Dämmerung und nachts mit Taschenlampe: Katzenaugen reflektieren das Licht.
- Leise rufen, dann still warten. Verängstigte Katzen antworten selten sofort.
- Unter Autos, Terrassen und Treppen nachsehen, in Hecken, Holzstapeln, Kellerschächten und auf Bäumen.
- Neugierige Katzen landen oft in fremden Häusern, Garagen und Gartenhäusern. Bitten Sie die Nachbarn nachzusehen, auch in Wohnungen, die gerade offen standen.
Melden und aufhängen
- TASSO und FINDEFIX, das Tierheim und die Tierärzte in der Nähe.
- Suchplakate im Umkreis von einem Kilometer: beim Tierarzt, beim Bäcker, im Supermarkt, an Haustüren und Briefkästen, jeweils mit Erlaubnis.
- Futter und Wasser vor die Tür stellen, eine Wildkamera oder ein altes Handy mit Bewegungsaufnahme daneben.
- Kommt eine scheue Katze nicht heraus: Eine Lebendfalle nur mit Erfahrung aufstellen und mehrmals am Tag kontrollieren. Viele Tierschutzvereine verleihen Fallen mit Anleitung.
Hund entlaufen
Nicht rufen, nicht hinterherlaufen
Ein weggelaufener Hund ist oft in Panik. Er flieht vor Rufen und Verfolgern, manche sogar vor der eigenen Familie. Ruhe bringt ihn eher zurück als Hektik. In einer US-Studie kamen 93 von 100 vermissten Hunden wieder nach Hause.
Wenn Sie ihn sehen
- Stehen bleiben, hinhocken, sich seitlich wegdrehen, nicht in die Augen sehen.
- Leise sprechen, Futter auf den Boden fallen lassen, abwarten.
- Ängstliche Hunde und Hunde aus dem Auslandstierschutz nicht selbst einfangen: Ort und Uhrzeit notieren und Hilfe holen.
Wo suchen
- An der Stelle, an der er entlaufen ist. Viele Hunde kehren dorthin oder zum Auto zurück. Eine getragene Jacke und Wasser dort liegen lassen.
- Auf den gewohnten Gassiwegen, zu ruhigen Tageszeiten.
Wen informieren
- TASSO, FINDEFIX, das Tierheim, die Tierärzte und die Tierkliniken in der Nähe.
- Die Polizei (110), wenn der Hund an Straßen oder Gleisen unterwegs ist.
- Förster und Jagdpächter. Sie sind viel draußen, und ein freilaufender Hund im Wald betrifft sie unmittelbar.
- Hundeschulen, Gassigeher und lokale Gruppen in sozialen Netzwerken.
- Bei ängstlichen Hunden: ehrenamtliche Suchhelfer mit Suchhunden (Pettrailer) oder Wärmebilddrohnen. Das Tierheim kennt sie in der Region.
Die erste Woche
Dranbleiben, jeden Tag
- Tierheime alle zwei Tage anrufen.Wo es sie gibt, auch die Fundtier-Listen auf den Websites ansehen. Fundtiere kommen oft erst Tage später an, auch im Tierheim des Nachbarkreises. 41 Tierheime zeigen ihre Fundtiere online; sie stehen auf den Seiten der Kreise.
- Beim Fundbüro fragen.In der Gemeinde, in der das Tier verschwand, und in den Nachbargemeinden. Finder müssen Fundtiere dort melden.
- Plakate prüfen und erneuern.Nach Regen neu aufhängen. Die Meldung einmal am Tag in lokalen Gruppen teilen, dazu eine Anzeige unter „Vermisste Tiere" auf Kleinanzeigen.
- Tierärzte erneut informieren.Vor allem Kliniken mit Notdienst. Verletzte Tiere werden dorthin gebracht.
- Hinweise sammeln.Jede Sichtung mit Ort und Uhrzeit notieren. Daraus ergibt sich, wo sich das Tier aufhält und wo sich eine Futterstelle lohnt.
Vorsicht
Betrug mit vermissten Tieren
Nie vorab Geld zahlen. Wer ein Tier gefunden haben will und vorher Geld verlangt, für Transport, Futter oder eine Belohnung, ist fast immer ein Betrüger. Fragen Sie nach einem Merkmal, das nicht auf dem Plakat steht, und lassen Sie sich ein aktuelles Foto schicken. Die Übergabe am besten im Tierheim oder bei einem Tierarzt, der den Chip ausliest. Auf dem Plakat keine Höhe der Belohnung nennen.
Suchplakat erstellen: kostenlos und direkt im Browser. Foto und Angaben bleiben auf Ihrem Gerät. Heraus kommen ein Plakat (A4), Handzettel (vier auf einer Seite) und ein Bild für WhatsApp und Facebook.
Suchplakat erstellenIhr Kreis
Tierheime, Fundtiere und Tierärzte in Ihrem Kreis
Jede Kreisseite nennt die Tierheime mit ihrer Fundtier-Annahme, die Tierkliniken und die ersten Schritte vor Ort.
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Fragen
Häufige Fragen
Wie weit laufen entlaufene Katzen?
Meist nicht weit. In einer Studie mit 1.210 vermissten Katzen wurden drei von vier innerhalb von 500 Metern um die Stelle gefunden, an der sie verschwanden; bei Wohnungskatzen lagen drei von vier Fundorten innerhalb von 137 Metern.
Kommt eine entlaufene Katze von allein zurück?
Viele ja, besonders Freigänger. Warten Sie trotzdem nicht: In der Studie wurde ein Drittel der Katzen in der ersten Woche lebend gefunden, nach drei Monaten kaum noch eine. Suchen Sie sofort und gründlich in der Nähe.
Wo melde ich mein entlaufenes Tier?
Kostenlos bei TASSO und FINDEFIX, beim zuständigen Tierheim, bei den Tierärzten in der Nähe und beim Fundbüro der Gemeinde. Welche Tierheime in Ihrem Kreis Fundtiere aufnehmen, steht auf der Seite Ihres Kreises.
Kostet die Meldung bei TASSO oder FINDEFIX etwas?
Nein. Beide Haustierregister sind kostenlos, die Registrierung ebenso wie die Vermisstmeldung.
Soll ich eine Belohnung aussetzen?
Eine Belohnung kann helfen, lockt aber auch Betrüger an. Nennen Sie auf dem Plakat keinen Betrag und zahlen Sie nie etwas, bevor Sie Ihr Tier gesehen haben.
Mein Hund ist ängstlich. Soll ich nach ihm rufen?
Nein. Ängstliche Hunde fliehen vor Rufen und Verfolgern. Stehen bleiben, hinhocken, sich seitlich wegdrehen und Futter fallen lassen hilft eher. Sichtungen mit Ort und Uhrzeit notieren und Hilfe holen.