Der Darm von Kaninchen muss ständig arbeiten, und er wird vor allem durch Heu und Grünfutter in Bewegung gehalten. Hört das Fressen auf, kann er langsamer werden oder stillstehen – Tierärzte sprechen von Magen-Darm-Stase. Sie gilt als Notfall (Steinmetz & Clauss, Gastrointestinal Stasis in Rabbits and Rodents, WSAVA-Kongress 2010).
Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz schreibt deshalb ohne Einschränkung: „Futterverweigerung stellt immer einen Notfall dar!“ (TVT-Merkblatt Nr. 157 „Heimtiere: Kaninchen“). Die Tierklinik der Universität Illinois rät, schon anzurufen, wenn ein Kaninchen länger als vier Stunden nicht oder deutlich weniger frisst (University of Illinois, College of Veterinary Medicine, 2024). Manche Halterratgeber nennen erst 12 Stunden (House Rabbit Society, GI Stasis) – darauf sollten Sie nicht warten.

