Auch bei Meerschweinchen muss der Darm ständig arbeiten; Heu hält ihn in Bewegung. Hört das Fressen auf, kann er langsamer werden oder stillstehen. Das gilt bei Kaninchen und Nagetieren gleichermaßen als Notfall (Steinmetz & Clauss, Gastrointestinal Stasis in Rabbits and Rodents, WSAVA-Kongress 2010).
Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz schreibt ohne Einschränkung: „Futterverweigerung stellt immer einen Notfall dar!“ (TVT-Merkblatt Nr. 159 „Meerschweinchen“). Das Merck Veterinary Manual warnt, dass manche Meerschweinchen schnell abbauen und plötzlich sterben, und rät: Frisst das Tier nicht oder sabbert es, rasch zum Tierarzt (Merck Veterinary Manual, Disorders and Diseases of Guinea Pigs, 2025). Eine Exoten-Tierklinik nennt mehr als 12 Stunden ohne Futter oder Kot lebensbedrohlich (CityVet Hongkong, Tierklinik für Exoten) – so lange sollten Sie nicht warten.

